Unionsfraktion wird im Engagement für religiöse Minderheiten nicht nachlassen

Der Stephanuskreis der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, der für Toleranz und Religionsfreiheit eintritt und sich um die Situation verfolgter Christen in aller Welt kümmert, setzt seine Arbeit auch in der 19. Legislaturperiode fort. Der südbadische Bundestagsabgeordneter Matern von Marschall wird dem überkonfessionelles Gesprächsforum, wie in der der vergangenen Wahlperiode, weiter angehören. Die Mitglieder des Stephanuskreises bestätigten am Abend des 24.06.2018 den Bundestagsabgeordneten Dr. Heribert Hirte erneut in seinem Amt als Vorsitzenden. Hierzu erklärt Matern von Marschall, Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis 281 Freiburg: „Der Stephanuskreis ist ein wichtiges politisches Forum für bedrängte und verfolgte Christen weltweit, die so die Möglichkeit erhalten, über ihre Anliegen zu berichten. Auch in den kommenden Jahren möchte ich mich für das Grund- und Menschenrecht der Religionsfreiheit einsetzen“. Matern von Marschall sieht die Themen des Stephanuskreises eng verwoben mit seiner Tätigkeit als stellvertretendem Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklungspolitik und seiner Funktion als Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarates. „Wir Mitglieder des Stephanuskreis werden verfolgten Christen weiter eine Stimme in der Fraktion geben“, so von Marschall abschließend.

Hintergrundinformationen

Im Stephanuskreis, welcher im April 2010 gegründet wurde, sind derzeit rund 50 Mitglieder der CDU/CSU-Bundestagsfraktion aktiv. Die Namensgebung erinnert an den ersten christlichen Märtyrer, dessen sowohl Katholiken als auch Protestanten gedenken. Der Gesprächskreis widmet sich insbesondere der Lage verfolgter Christen in aller Welt und dient als überkonfessionelles Gremium für Unionsabgeordneten, denen das Thema Religionsfreiheit besonders am Herzen liegt. Die Initiativen fließen in die parlamentarische Arbeit der Fraktion ein. So wirkt der Stephanuskreis auf die Berufung des ersten Beauftragten der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit hin. Aufgabe des Beauftragten soll unter anderem sein, alle zwei Jahre einen Bericht der Bundesregierung zur Religionsfreiheit zu erstellen, um dem Thema mehr öffentliche Aufmerksamkeit zu verschaffen.

Bild: Dr. Heribert Hirte, MdB

Die 16-jährige Christin Angel aus Mossul feiert heute Ihren Geburtstag und hat für die Mitglieder des Bundestages, die gekommen sind, um ihr und drei weiteren Frauen zuzuhören, Schokolade mitgebracht. In ihrer Tasche sind Schulbücher, sie will die kurze Zeit in Deutschland nutzen, um in Ruhe zu lernen. Sie würde gerne Medizin studieren, ist eine begabte Schülerin und hofft auf eine Zukunft in ihrem Land – Irak. Diese Zukunft wird es für sie vorerst dort nicht geben. Schon der morgendliche Schulweg ist gefährlich. Ihre Häuser sind zerstört. Die Familien wohnen, oft zu dritt oder viert, in Containern und fürchten stetig, dass die Kämpfer des Islamischen Staates zurückkommen. Ihre muslimischen Nachbarn haben sich sofort dem IS angeschlossen, innerhalb von einer halben Stunde war die Stadt Mossul ohne Waffen eingenommen worden. Nun sind die Nachbarn von damals ebenfalls radikale Moslems. „Wenn ich ohne Hijab aus dem Haus gehe, bin ich eine Frau ohne Moral. Sie heiraten auch 8-/9-jährige Mädchen. Ich bitte darum: Lasst mich in Deutschland studieren, ich gehe auch zurück, ich will aber eine Zukunft.“. Unter der Scharia sind Frauen untergeordnet und Ungläubige ohne Schutz. Die Frauen weinen. Es fällt uns als Abgeordneten schwer, hier nur als Abgeordnete zu sitzen, zumal es keine einfachen Antworten auf die Fragen gibt.

Säkulare Strukturen, Menschenreche und die Unterstützung durch unabhängige Organisationen – nur unter diesen Voraussetzungen können die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort verbessert werden. Aber wie können diese Erfordernisse durchgesetzt werden, wenn die Kämpfe andauern und Frieden weit scheint? Selbst, wenn die Frauen in ihre Häuser zurückkehren könnten, wie würde sich das Leben mit den Nachbarn gestalten, die zuvor plünderten und sich dem IS anschlossen? Versöhnung und Dialog würden hier lange dauern. Die Frauen haben darauf keine Antwort, aber sie wollen in ihrer Heimat leben.

Christen auf der ganzen Welt sind Verfolgungen ausgesetzt. Als Parlamentarier christlichen Glaubens möchte ich mich dafür einsetzen, dass irakische Christen besser geschützt werden. Auch die Kanzlerin hat in Gesprächen mit Ministerpräsident Haidar al-Abadi häufig darauf hingewiesen, dass gleichberechtigte Lebensbedingungen und Sicherheit für Christen und andere Minderheiten im Irak stärker gefördert werden müssen. Im letzten Jahr hat die Kanzlerin Ministerpräsident Haidar al-Abadi Wiederaufbauhilfe in Höhe von 500 Millionen Euro zugesagt.

Der Stephanuskreis ist ein Gesprächsforum im Bundestag, in dem engagierte Abgeordnete für Toleranz und Religionsfreiheit eintreten und sich um die Situation verfolgter Christen in aller Welt kümmern.

Der Freiburger CDU-Bundestagsabgeordnete Matern von Marschall unterstützt seit dieser Sitzungswoche die Arbeit im Stephanuskreis der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Der Stephanuskreis ist ein überkonfessionelles Gesprächsforum, das für Toleranz und Religionsfreiheit eintritt und sich um die Situation verfolgter Christen in aller Welt kümmert. „Religionsfreiheit ist ein zentrales Menschenrecht, das jedoch in vielen Ländern dieser Welt nicht oder nur unzureichend gewährt wird. Die Stepahnuskreis greift diese Problematik auf. Religionszugehörigkeit ist nicht selten ein Grund für Verfolgung und Unterdrückung und führt zu Flucht und Vertreibung. Angesichts der Flüchtlingsströme, die Deutschland und Europa vor große Herausforderungen stellen, ist es wichtig, sich mit der Sicherstellung der Religionsfreiheit zu befassen“, begründet von Marschall sein Engagement in diesem Gremium seiner Fraktion.

Der Stephanuskreis bietet betroffenen Verfolgten oder Bedrängten, gleich welcher Religion sie angehören, ein Forum, wo sie von ihren Erfahrungen und Problemen berichten können. Auch pflegen die Mitglieder des Gesprächskreises einen engen Austausch mit Nichtregierungsorganisationen und Sachverständigen. Aus diesen Gesprächen entstehen zahlreiche Initiativen, die in die parlamentarische Arbeit der CDU/CSU-Bundestagsfraktion einfließen.