Am Mittwoch, den 10. Mai 2017 wurde in Mengen bei Schallstadt der Naturlehrpfad Brunnengraben zum wiederholten Mal von der Organisation „UN-Dekade“ ausgezeichnet. Der Naturlehrpfadund und der dazugehörige Brunnen werden von Land und Kommune, sowie den regionalen Firmen gefördert und gelten seit nunmehr 11 Jahren als Vorzeigeprojekte des Landes Baden-Württemberg.

Nachdem die Kinder der Alemannenschule Mengen den Festakt musikalisch einleiteten und der Bürgermeister Jörg Czybulka in seiner Begrüßung die Geschichte des Naturlehrpfades skizzierte, richtete sich auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Matern von Marschall mit einer kurzen Rede an die gut 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer und übergab einen symbolischen Baum der UN-Dekade an Herrn Leonhard Siegwolf, den Initiator des Projektes.

Beim Festakt stellte sich auch das „Ökomobil“ vor, welches im Auftrag des Regierungspräsidium Freiburgs Kindern und Schülern ökologische Themen näher bringt.

Hintergund

Die UN-Dekade 2011-2020 ist eine Initiative der vereinten Nationen, welche bis 2020 dabei helfen soll die Ziele der Biodiversitätskonvention einzuhalten und die Artenvielfalt zu schützen. Daher unterstützt sie Projekte, die der Biodiversität Bedeutung verleihen oder sie zu wahren versuchen. Die Organisation UN-Dekade in Deutschland verleiht alle zwei Jahre eine Auszeichnung an besonders vorbildliche Projekte, welche sich in Deutschland für den Erhalt der biologischen Vielfalt einsetzen.

Weitere Informationen zum Naturlehrpfad Brunnengraben in Mengen finden sie hier

Anbei der BZ Bericht hier

 

Nach nur einjähriger Bauzeit konnte der neue Bauhof in Schallstadt eingeweiht werden und Bürgermeister Jörg Czybulka hatte zur Einweihungsfeier eingeladen. Der örtliche CDU-Abgeordnete Matern von Marschall ließ es sich nicht nehmen, an diesem feierlichen Ereignis teilzunehmen. Nach Ansprachen von Jörg Czybulka, Jürgen Brauer und Richard Stoll wurde der neue Bauhof mit einem Wasserstrahl offiziell eingeweiht. Zuvor sprachen ein katholischer Pfarrer und eine evangelische Pfarrerin einen Segen für den neuen Bauhof.

Die Freude der Verantwortlichen, einen neuen Bauhof in Betrieb nehmen zu können, wurde in den Ansprachen deutlich. Auch der Architekt Richard Stoll wies darauf hin, dass mit dem neuen Bauhof ein ressourceneffizientes und funktionales Gebäude entstanden ist. „Es ist ein Bauhof, der in die Gemeinde Schallstadt passt und ihr wertvolle Dienste leisten wird“, betonte Matern von Marschall am Rande der Veranstaltung. Bereits im Jahr 2014 hatte der Gemeinderat den Neubau des Gebäudes beschlossen, da das Bestandsgebäude weder den modernen Ansprüchen eines Baumarktes gerecht geworden wäre, noch ausreichend Platz geboten hatte. Im Februar 2016 startete der Bau und bereits im Oktober konnte man in Schallstadt Richtfest feiern.

Beim Rundgang mit Frau Annette Theobald, der Vorstandsvorsitzenden der Freiburger Tafel, konnte ich einen umfassenden Einblick in die wirklich fantastische Arbeit der Freiburger Tafel erhalten.

Mein Dank gilt all den ehrenamtlichen Helfern ohne deren freiwilliges Engagement und deren Unterstützung es nicht möglich wäre, viele noch verwertbare Lebensmittel an bedürftige Kunden zu bringen. Ein herausragender Verein, welcher eine wichtige Arbeit in der Stadt Freiburg leistet.

Informationen zur Freiburger Tafel:

  • circa 200 ehrenamtliche Helfer; ein Drittel der Ehrenamtlichen helfen im Fahrdienst
  • 2.560 Haushalte werden von der Freiburger Tafel versorgt, im Jahr 2016 circa 800 Neukunden.
  • Insgesamt 3600 Erwachsene + 2350 Kinder = 5950 Personen
  • Kunden kommen aus 60 Nationen
  • Durchschnittlich 350 Haushalte kaufen täglich ein
  • circa 62 t Lebensmittel werden pro Monat von unseren Kühlfahrzeugen eingesammelt; würde man die grünen Klappkisten übereinander stapeln wäre der Turm elfmal so hoch wie das Freiburger Münster
  • monatlich legen die drei Fahrzeuge für das Einsammeln der Lebensmittelspenden circa 5.100 km zurück

Weitere Informationen finden Sie hier:

 

„Transforming our World: The 2030 Agenda for Sustainable Development“

Gerade bin ich auf dem Weg zum Nachhaltigkeitsgipfel in New York, an dem ich als Vertreter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion teilnehmen werde. Über das Zusammentreffen und die neuen universellen UN-Nachhaltigkeitsziele, die in New York verabschiedet werden sollen, unterhielt ich mich vergangene Woche mit der südbadischen Wochenzeitung „Der Sonntag“.

Den Beitrag können Sie unter dem nachfolgenden Link als PDF abrufen:

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Redetext:

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Ich freue mich, dass ich als Mitglied im Parlamentarischen Beirat für nachhaltige Entwicklung diese Debatte heute abschließen darf. Ich möchte, vielleicht durchaus im Einklang mit den Kolleginnen und Kollegen anderer Fraktionen, sagen: Wir sind auf einem guten Weg.

Es gibt eine Fülle von Einzelinitiativen. Aber wir sind tatsächlich noch weit davonentfernt, nachhaltige Bildung – bis hinunter in die Länder und Kommunen – systematisch zu etablieren. Das wird eine Aufgabe für die Zukunft sein. Darüber hinaus – das sage ich als Europapolitiker –brauchen wir nicht nur in Deutschland eine Nachhaltigkeitsstrategie, zu der auch Bildung zählt. Wir brauchen sie insbesondere auf europäischer Ebene. Wir müssen in Europa eine gemeinsame Strategie zur Nachhaltigkeit überhaupt erst einmal entwickeln. Daran werden wir im Parlamentarischen Beirat für Nachhaltigkeit arbeiten, und zwar schon in Kürze. Die Einzelinitiativen vor Ort, die sehr viel mit unmittelbarer Erfahrung zu tun haben, ohne die so etwas gar nicht funktionieren kann, sind unglaublich wichtig. Wenn ich die jungen Menschen, wie wir sie hier heute als Zuhörer haben, sehe, dann stelle ich mir eine Schulklasse vor, die eine Streuobstwiese pflegt und später dort Äpfel ernten kann. Wenn man so etwas macht, weiß man, dass man Ressourcen schont, dass man Naturschont und dass man aber auch ein Wirtschaftsgut erzeugt hat. Das sind viele Einzelbeispiele für das, was Nachhaltigkeit ist.

Auf der Tribüne sehe ich auch viele Leute, die schöne T-Shirts tragen. Viele Menschen müssen heute aber erst einmal lernen, zu verstehen: Wo kommt das T-Shirt überhaupt her? Unter welchen Bedingungen ist es produziert worden? Was hat die Näherin bekommen? Was hat der Handel bekommen? Was bekommt eigentlich der, der das Label draufdruckt? Das sind ganz wichtige Fragen.

Diese Fragen müssen in der Bildung zur nachhaltigen Entwicklung gestellt und beantwortet werden. Denn nur dadurch lernt der Einzelne, persönlich Verantwortung zu übernehmen. Das ist von wesentlicher Bedeutung. Ich möchte auch sagen, dass der Begriff der Nachhaltigkeit ein Konzept beschreibt, das vielleicht nicht überall das Gleiche ist. Darüber müssen wir sprechen, insbesondere auch mit Blick auf Europa. Ob „durabilité“ und „Nachhaltigkeit“ tatsächlich dasselbe Konzept beschreiben, wird erst herauszufinden sein. Ich könnte mir vorstellen und wünsche mir, dass „Nachhaltigkeit“, vielleichtähnlich wie „Kindergarten“, ein Lehnwort in anderen europäischen Sprachen wird. Darüber würde ich mich sehr freuen.

Ich komme aus Freiburg. Dort planen wir einen oberrheinischen Hochschulverbund mit dem Elsass in Frankreich und der Schweiz. Das ist ein europäisches Projekt. Herr Staatssekretär, ich meine, dass Forschung über das Thema Nachhaltigkeit von größter Bedeutung ist. Vielleichtkönnte ein Leistungszentrum für die Forschung über Nachhaltigkeit bei uns in Freiburg aufgebaut werden. Ich komme auf die europäische Ebene zurück.

Der Parlamentarische Beirat wird in Kürze nach Brüssel reisen. Wir werden den Kommissionspräsidenten Jean Claude Juncker daran erinnern, dass er im vergangenen Jahr, als Kofi Annan von Bertelsmann den Preis für Nachhaltigkeit erhielt, bei seiner Laudatio Folgendes gesagt hat – ich zitiere es jetzt –:Die schönste … Definition von Nachhaltigkeit …bringt uns nicht weiter, wenn wir Nachhaltigkeit nicht auch politisch, wirtschaftlich, gesellschaftlich und … persönlich umsetzen. … Europa muss bei diesem Prozess voranschreiten. In dieser Aussage wollen wir Herrn Juncker bestätigen.

Wir wollen ihn aber auch herausfordern. Das wird die Aufgabe sein, die sich der Parlamentarische Beirat für Nachhaltigkeit in diesem Bereich gestellt hat. Das ist ganz wichtig, weil wir in Europa, auch und gerade in Zeiten von Krieg und Terror, das Prinzip der Nachhaltigkeit, welches auch ein Prinzip von Kooperation und Friedlichkeit ist, besonders ernstnehmen müssen und es nicht hinter all die anderen aktuellen, wichtigen und dramatischen Aufgaben hintanstellen dürfen. Denn nur dann haben wir die Möglichkeit, unseren Kindern und Enkelkindern eine Welt zu hinterlassen, in der auch sie die Chance auf ein gelingendes Leben haben.

Danke.

Redetext:

Sehr verehrte Frau Präsidentin! Meine lieben Kolleginnen und Kollegen!

Wir alle wissen: Die Krise der Europäischen Union, die durchaus eine Krise der Nachhaltigkeit ist, ist keineswegs überwunden. Bedrückender finde ich heute allerdings eine ganz andere Krise.Mit Blick auf die Ukraine kann ich nur sagen: Derzeit befindet sich ganz Europa in einer Bewährungskrise.

Wenn die Union ihren östlichen Nachbarn eine Partnerschaft anbietet, muss sie dafür sorgen, dass die Länder, denen sie die Partnerschaft anbietet, diese auch annehmen können, sonst ist eine Außenpolitik, die nachhaltig sein soll, nichts wert. Der Begriff „Nachhaltigkeit“ wäre nicht mehr als eine Worthülse.

Darüber ist vorhin schon gesprochen worden. In der Ukraine kann es in allerletzter Minute vielleicht noch gelingen, das Allerschlimmste abzuwenden. Es kann der Weg in die Rechtsstaatlichkeit noch gebahnt werden, wenn die Europäische Union Klarheit und Entschlossenheit zeigt. Ob aber die Europäische Union auf Dauer, das heißt nachhaltig, stark ist, darüber entscheiden ihre Bewohner. Wenn ich einige Tage zurückschaue und mir den Volksentscheid in der Schweiz ansehe, erkenne ich, dass dort Ängste vor einer Außenwelt, die man als Bedrohung empfindet, zum Ausdruck gebracht wurden. Das muss uns als Warnhinweis dienen, auch für die Europäische Union, auch in die Europäische Union hinein.

Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass die Ängste auch bei uns vorhanden sind. Wir dürfen sie nicht ignorieren, sondern wir müssen den Menschen erklären, welchen Wert diese starke und stabile Europäische Union hat. Das ist eine Frage der Nachhaltigkeit. Unser Ansatz ist also weder Rückzug noch Abschottung. Unser Ansatz ist nicht ein Kurs der Konfrontation, sondern ein Kurs der Kooperation, und zwar, weil wir überzeugt sind – das ist in unserem Menschenbild verankert–, dass der Mensch zur Zusammenarbeit, zur Kooperation geschaffen ist – und zur Toleranz. Das ist der Weg der Nachhaltigkeit.

Die Europäische Union hat gezeigt, dass sie Zukunft friedlich gestalten kann. Nach zwei Weltkriegen leben wir unterdessen fast 70 Jahre in Frieden – das gilt für eine halbe Milliarde Menschen auf diesem Globus – in freiheitlichen, in solidarischen, in friedlichen Rechtsstaaten. Zu dieser Europäischen Union gehören zum Beispiel auch Rumänien und Bulgarien. Stellen Sie sich einen Moment lang vor, in welcher Situation diese Länder sich befinden würden, wenn sie heute nicht Mitglieder der Europäischen Union wären. Stellen Sie sich einmal vor, wie zum Beispiel in Polen über diese Frage heute gedacht wird. Unsere Friedensgemeinschaft ist also – das sehen wir in diesen Tagen mit großer Bestürzung – nicht selbstverständlich, sondern wir müssen täglich daran arbeiten, sie täglich neu beleben und die Menschen von ihrem Wert überzeugen. Das ist nachhaltige Politik.

Ich will auf die vielen anderen Politikfelder, die auch zur Nachhaltigkeit gehören und hier angesprochen worden sind, nicht näher eingehen: die soliden Haushalte, die Energiepolitik, die ganz wichtigen Themen, die Sie alle kennen. Ich wollte auf dieses aktuelle Thema in besonderer Weise eingehen, auf eine nachhaltige Außenpolitik.

Schlüssel zum Erfolg einer Nachhaltigkeitspolitik– das möchte ich zum Schluss sagen – ist die Subsidiarität. Das heißt, wir müssen die Menschen vor Ort mitnehmen, einbeziehen und dürfen nicht ex cathedra eine Lehre von oben verkünden; das geht nicht.

Wir müssen also die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und ökologischen Gegebenheiten vor Ort berücksichtigen. Nur dann kann Nachhaltigkeit gelingen.

Der Parlamentarische Beirat bemüht sich darum. Wir möchten seine Arbeit stützen. Ich bitte Sie von Herzen: Tun Sie das auch.

Danke.