„Die Wiederbelegung der Bahnverbindung von Freiburg nach Colmar steht ausdrücklich in der Projektliste zum deutsch-französischen Freundschaftsvertrag von Aachen. In der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit unseren französischen Freunden arbeite ich deshalb nach Kräften daran, dass wir bald wieder mit dem Zug über den Rhein fahren können. Der Bund steht hier zu seiner Verantwortung. Mit der heute bestätigten Aussicht, dass Berlin bis zu 90 Prozent der Kosten übernimmt, sind wir einen großen Schritt weiter.“

Der Bund stellt die Übernahme des Löwenanteils von bis zu 90 Prozent der Kosten für die Bahnverbindung Freiburg – Colmar in Aussicht. Dies erklärte der Parlamentarische Staatssekretär Steffen Bilger gegenüber dem Freiburger Bundestagsabgeordneten Matern von Marschall bei einem Treffen im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) am 16. September. Möglich gemacht wird die Finanzierung durch zwei Voraussetzungen. Zum einen hat der Bundestag mit den Stimmen von CDU und CSU die Verlängerung des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) beschlossen. Damit wird eine wichtige Säule des ÖPNV für die Zukunft verlässlich gestärkt und die Länder entsprechend entlastet. Bis zu 75 Prozent der Bahnstrecke Freiburg – Colmar können so finanziert werden. Zum anderen – und das war beim Gespräch des Abgeordneten im BMVI der entscheidende Zusatzpunkt – können gemäß GVFG bis zu weitere 15 Prozent der Kosten finanziert werden, wenn es sich um die Reaktivierung einer alten Bahnstrecke handelt. Zu Recht wies von Marschall deshalb darauf hin, dass die Strecke Freiburg – Colmar bis zum Krieg lange Jahre aktiv in Betrieb war und deshalb die Reaktivierungs-Klausel auch hier einschlägig sei. Dies bestätigte der parlamentarische Staatssekretär Steffen Bilger im Grundsatz. Voraussetzung für eine entsprechende Finanzierung ist ein positives Ergebnis der Bewertung des Vorhabens, für die derzeit im Zuge einer weiteren Machbarkeitsstudie die Grundlagen geschaffen werden. Die Studie wird von der DB Netz AG und der SNCG Réseau durchgeführt. Der deutsche Anteil an den Planungskosten wird zu gleichen Teilen vom Bund und vom Land Baden-Württemberg gefördert.

Dazu Matern von Marschall: „Die Bahnverbindung Freiburg – Colmar ist für unsere Heimat am Oberrhein von größter Bedeutung und ein Aushängeschild für die deutsch-französischen Beziehungen. Der Bundestag hat dazu die Weichen gestellt. Mit der heute gegebenen Aussicht auf eine Finanzierung von bis zu 90 Prozent steht der Bund eindrucksvoll zu seiner Verantwortung. Jetzt liegt es an der Landesregierung, den Bau weiter voranzutreiben.“